Die Buchautorin

 

Christiane zu Salm wurde als Medienmanagerin bekannt, so war sie etwa Geschäftsführerin beim Musiksender MTV. Sie engagiert sich auch sozial, hat einen Kurs zur Sterbebegleiterin absolviert. Was ist wirklich wichtig, was zählt, das interessiert sie? Was bleibt vom Leben, wenn es zu Ende geht? Als sie sechs Jahre alt war, starb ihr kleiner Bruder bei einem Unfall - vor ihren Augen. Und sie selbst entkam als Erwachsene beim Skifahren nur knapp einer Lawine. Eine Nahtoderfahrung, schreibt sie.

 

Ob im Lazarus-Hospiz in Berlin oder auf Hausbesuchen: Als Sterbebegleiterin hört sie zu, spricht mit denen, deren Zeit fast um ist. In ihrem Buch "Dieser Mensch war ich" kommen Sterbende zu Wort. Sie haben Christiane zu Salm ihre eigenen Nachrufe diktiert. Unverwirklichte Träume, das, was man gerne einmal gemacht hätte, zerbrochene Freundschaften, offene Fragen. Glück und Versäumtes. Die Erinnerung an das eigene Leben, und das, was es ausgemacht hat. Sie habe viel Angst vor dem Sterben gesehen, sagt Christiane zu Salm, aber zum Schluss dann immer Frieden.

 

 

Chris Paul

Keine Angst vor fremden Tränen

Vielen Menschen fällt es schwer, mit Trauernden umzugehen. Sie haben Angst, etwas falsch zu machen oder nicht die richtigen Worte zu finden. Wie begrüße ich die Kollegin, die nach dem Tod des Mannes wieder zur Arbeit kommt? Wie verhalte ich mich bei der Nachbarin, deren Sohn kürzlich starb? Was mache ich, wenn jemand immer wieder von seinem toten Kind sprechen will?
Für trauernde Menschen ist kaum etwas so wichtig wie ein stabiles soziales Netz. Chris Paul legt hier einen umfassenden Leitfaden für den Umgang mit Trauernden vor, der Sprach- und Hilflosigkeit überwinden hilft, zur Anteilnahme ermutigt und den
Abbau von Ängsten und Überforderung ermöglicht.

 

 

 

 

Ein halbes Jahr nach der Hochzeit starb der Mann der niederländischen Schriftstellerin CONNIE PALMEN.

 

Das Buch über den Geliebten und den Verlust ist gerade auf Deutsch erschienen: Logbuch eines unbarmherzigen Jahres.
»Alle versuchen einen zu trösten. Es ist für die Familie und die Freunde kaum auszuhalten, wie schlecht es einem geht. Aber in den ersten Monaten nach Hans’ Tod wollte ich nicht getröstet werden. Die Trauer war das Einzige, was ich noch hatte – sie war meine Verbindung zu ihm. Trotzdem fand ich es wichtig, nicht allein zu sein. Man kann nicht für sich sorgen, das müssen andere tun. Am besten hält man die Menschen aus, die sich auf kranke Tiere verstehen. Die sich nicht schämen, einen anzufassen, einen zu drücken, einen wie ein Kind zu behandeln. Die einfach tun und nichts fragen. Denn jemand, der trauert, hat keine Antwort auf die Fragen ›Wie geht es dir?‹ oder ›Hast du Hunger?‹ Ich habe versucht eine Gesprächspartnerin zu bleiben und meinen Humor nicht ganz zu verlieren. Man will ja auch ein bisschen man selbst sein, nicht nur das kranke Tier. Der Körper hat eine Art Thermostat, der anzeigt, wenn genug gelitten ist. Dann kann man plötzlich lachen, was essen, eine halbe Stunde lang vielleicht. Wenn in meinem Freundeskreis jetzt jemand seinen Mann oder seine Frau verliert, weiß ich, was ich tue: Ich mache einen großen Topf Suppe, packe ein paar Sachen ein, fahre hin und sage fast nichts. Ich empfange den Besuch, damit der Trauernde sitzen bleiben kann. Ich mache Kaffee, hole Wein, all die einfachen Dinge.«